meteoPICS TSN
Unwetter beobachten

Das TRUSTED SPOTTER NETWORK ÖSTERREICH TSN ist eine Kooperation zwischen der ZAMG (www.zamg.ac.at), SKYWARN AUSTRIA (www.skywarn.at) und dem European Severe Storms Laboratory ESSL in Form der EUROPEAN SEVERE WEATHER DATABASE ESWD (www.eswd.eu).

TSN METEOPICS (
www.tsn.meteopics.eu) bietet dabei die offizielle Plattform für Bilder und Videos von Fallbeispielen und Schadensberichten aus dem Trusted Spotter Network.

Alle Bilder sind Eigentum der AutorInnen unter Creative Commons License by-nc-nd, sofern nicht andere Bedingungen genannt werden.
Die Bilder und Videos können unter gleichen Bedingungen auch unter 
www.zamg.ac.at präsentiert werden.

Neueste Wetterreporte


Fünfzehn TSN: Luftmassengewitter mit Starkregen

Eine feuchtlabile sommerliche Luftmasse, die von den Menschen als schwülwarm bis -heiß wahrgenommen wird, und flache Druckverteilung (windschwache Verhältnisse) sind ein Garant für typische Sommergewitter (auch Wärmegewitter oder Lufmassengewitter genannt). Vorboten sind riesige Wolkentürme (Cumulonimbus, cumulus = Haufen und nimbus = Unwetter; in der Luftfahrt auch CB=Charly Bravo genannt).

Die von der Sonne an Heizflächen (Berghänge, Äcker….) aufgeheizte Luft kühlt beim Aufsteigen ab. Die in ihr enthaltene Feuchtigkeit kondensiert zu Wassertröpfchen und es entstehen blumenkohlförmige Cumulus- oder Haufenwolke. Im Zuge der Kondensation wird latente (latens = verborgen) Wärme freigesetzt, wodurch sich das aufsteigende Luftpaket weiter erwärmt und Auftrieb erlangt. Dadurch entstehen starke senkrechte Luftströmungen, genannt Konvektion, und die Bildung einer Cumulonimbus-Wolke. Ihr oberer Rand nimmt die typische Ambossform einer Cumulonimbus-Wolke ein und reicht bis in eine Höhe von 20 km.

Auf der Gerlitzen/Kärnten konnte die Entstehung eines typischen Sommergewitters, das im Klagenfurter Becken zu lokalen Überflutungen führte, beobachten und dokumentieren.

Bilder (c)  Franz Zeiler/TSN

http://www.wettereck-triestingtal.at


Fünfzehn TSN: Extremer Sp?twintereinbruch im Oberen Triestingtal

Zwischen einem Hochdruckkeil über Skandinavien und einem Höhentief über Ungarn gelangten die Ostalpen in den Zustrom arktischer Kaltluft. Gleichzeitig erreicht eine um das Höhentief herumgeführte Mittelmeerokklusion die östliche Alpennordseite und den Alpenostrand  und fürhrte zu starken Stauniederschlägen, die bis in tiefe Lagen als (nasser) Schnne fielen.
Die max. Schneehöhe im Oberen Triestingtal (gemessen in einer Seehöhe von 418m) betrug am Donnerstag, 20.04.2017 enorme 80cm.
Erhebliche Verkehrsbehinderungen und Schneebruch waren die Folge.
Mit einsetzendem Luftdruckanstieg kam es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zum Glück erst in der Früh zu Wolkenauflösung.
Die befürchtete Strahlungsnacht wurde dadurch verhindert. Mit einer Tiefsttemperatur von "nur" -1,2° C an meiner Messstation in Thenneberg hielten sich die Frostschäden in Grenzen.

Bilder (c)  Franz Zeiler/TSN

http://www.wettereck-triestingtal.at/2017/04/19/extremes-wintercomeback-im-oberen-triestingtal/

http://www.wettereck-triestingtal.at/2017/04/20/der-tag-nach-dem-grossen-schnee/

http://www.wettereck-triestingtal.at/2017/04/22/schneebruch-frostschaeden-tauwetter/


Fünfzehn TSN: Inversionswetterlage mit Industrieschnee und gefährlichem Raueis

 

Die Vorweihnachtszeit war geprägt von einer markanten, antizyklonal geprägten, winterlichen Inversionslage mit

-Nebel und negativen Temperaturen in der Grundschicht und
-einer markanten bodennahen Temperaturumkehr (Inversion) in 900m-1000m.

Am  Radiosondenaufstieg von Wien (erstes Bild der Bildersequenz) dokumentiert eindrucksvoll die herrschende Föhnlage mit einer ausgeprägten Inversion. Taupunktkurve (links) und Temperaturkurve (rechts) überlappen sich vom Boden bis 900m. Dies ist typisch für eine feuchte Grundschicht mit Nebelbildung. An der Inversion in ca. 900m liegt die Temperatur bei -7° C.  Darüber steigt die Temperatur sprunghaft an und erreicht in 1500m 6°C.  Die Nullgradgrenze liegt auf fast 3000m. Gleichzeitig sinkt die Taupunkttemperatur oberhalb der Inversion markant ab. Ein Zeichen dafür, dass die Luftmasse über der Inversion sehr trocken ist.

Als Industrieschnee bezeichnet man Schnee, der durch Emissionen  von Wasserdampf und Kondensationskernen von Industrieanlagen hervorgerufen wird. Es handelt sich dabei also um von Menschen verursachten Schnee, der in Wien für einen überraschenden „Wintereinbruch“ sorgte (Bild 2-3).

Aufgrund der negativen Temperatur in der feuchten bodennahen Grundschicht gefriert der Nebel und bildet an Bäumen, Sträuchern und Wiesen einen Raueisbelag. An windexponierten Kämmen führte dies zu enormer Belagsdicke und Gefährdung durch Astbrüche an Bäumen.  

In der glasklaren Warmluft oberhalb der Inversion herrscht beste Fernsicht.

Die Foto´s entstanden am 21.12.2016 und 22.12.2016 in Wien bzw.im oberen Triestingtal und am Hocheck.

 

Bilder (c) Franz Zeiler/Skywarn

http://www.wettereck-triestingtal.at/2016/12/21/wetterphaenomene-industrieschnee-und-extremes-raueis/

http://www.wettereck-triestingtal.at/2016/12/22/wachsendes-raueis-am-hocheck/

 


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